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Deinem Hund Grenzen setzen – Nein sagen?

Einer meiner jüngst vergangenen Kennenlerntermine hat mit zu diesen Beitrag inspiriert.

Der junge, temperamentvolle Flatcoated-Retriever, bei dessen Menschen ich zu Besuch war, empfing mich schon am Gartentürchen voller Aufregung. Und er lies eine ganze Weile nicht von mir ab, auch dann nicht, als ich mich schon zu Frauchen an den Gartentisch für ein Gespräch hingesetzt hatte. Anfangs beachtete ich seine wuseligen, übergriffigen Annäherungsversuche nicht weiter, seine Erregung angesichts meines Besuches ließ ihn aber zeitweise sogar etwas grob werden. Ich schob ihn ruhig von mir herunter etwas beiseite, was nicht besonders nachhaltig war.

Auf meine Anregung hin leinte der Besitzer den Jungspund an, der sich daraufhin Herrchen und vor allem die Leine vornahm. Und dann begann das, wovon ich eigentlich berichten möchte:

Vereinzelt war es schon in den vorherigen Szenen zu vernehmen, nun steigerte sich die Häufigkeit der Wiederholung des Wörtchens „Nein“ aus dem Mund des Besitzers eklatant. Nein beim Leinebeissen, nein beim Herumwuseln, nein beim greifen der Hand mit dem Maul….die Anzahl der „Neins“ erhöhte sich parallel zu Herrchens Unmut über das Benehmen seines Vierbeiners. Den die Neins sichtlich nicht interessierten.

Derweil mir Frauchen am Tisch sitzend erklärte, ein Nein wäre wichtig in der Hundeerziehung, zum Grenzen setzen und sie wären mit dem Vorgängerhund schon mal in einer Hundeschule gewesen, die „Nein“ tabuisiert hätte. Und das würden sie nicht wieder wollen. Weil: Es hilft manchmal nur ein strenges „Nein“!

Ich guckte mir das mit seinem Hund kämpfende Herrchen an und meinte zu der Dame, in diesem Fall würde aber offensichtlich das Nein gar nichts helfen. Es änderte nichts am Verhalten des Hundes, nichts am Ärger, der Ohnmacht und der Wut des Besitzers, der inzwischen seinen jungen Hund im Gras niedergerungen hatte und versuchte, ihn im Liegen dort festzuhalten.

Du ahnst es schon: Aus unserer Zusammenarbeit wurde leider nichts, weil die Besitzer des jungen Retrievers sich nicht vorstellen konnten, dass Hundeerziehung ohne aversive Maßnahmen und, ja, sogar ganz ohne Nein funktioniert.

Warum ist „Nein“ oft so wirkungslos?

  1. Der Hund weiß gar nicht, was Nein bedeutet. Ja, richtig gelesen! „Nein“ muß gelernt werden. Entweder, weil wir Menschen es wirklich, todernst, genau so meinen und es zum exakt richtigen Zeitpunkt beim allerersten Mal ganz hart kam. Oder – besser – weil die Bedeutung des Wortes dem Hund wirklich gelernt wurde.
  2. Der Hund hat keine Ahnung, was er statt des unerwünschten Verhaltens tun sollte. Kommt ganz häufig vor, denn bei „Nein-Sagern“ soll im besten Fall das gerade vom Hund gezeigte Verhalten gestoppt werden. Was aber noch lange nicht heißt, dass der Hund eigentlich weiß, was er besser machen sollte.
  3. Das Nein kommt im falschen Augenblick. Manchmal möchten Menschen ihren Hund sozusagen schon im Vorfeld der Untat mit Nein ans gute Benehmen „erinnern“. Oft sieht man das in Hundebegegnungen an der Leine. Der entgegenkommende Vierbeiner wird vom Menschen gesichtet und schon beginnt die „Nein-Leier“ hinunter zum Hund. Der dann schon alleine dadurch weiß, dass sich ein anderer Hund nähert und sich erst recht in die Leine hängt.

Schön und gut, du fragst dich jetzt vielleicht:

„Aaaaaber, wie mache ich dann meinem Hund klar, wenn er was nicht tun darf???!“

Ganz einfach: Vor einem unerwünschten Verhalten gibt es immer eines, das gut ist und von dir belohnt werden kann!

Dein Hund wird dann das belohnte erwünschte Verhalten häufiger zeigen, weil es sich für ihn gelohnt hat. Er weiß, was du möchtest, dass er tun soll und kann sich dessen ganz sicher sein. Du bekommst immer mehr tolles Verhalten, das du ganz leicht stetig weiter ausbauen kannst.

So geht Hundetraining einfach, schnell und nett!

Und wenn du auf „Nein“ auf keinen Fall verzichten magst: Sei fair deinem Hund gegenüber und lerne ihm, was es bedeutet. Zeige ihm ein erwünschtes Alternativverhalten. Das könntest du ja dann wieder belohnen, BEVOR dein Hund etwas anderes macht. Und schwupps: Schon brauchst du dein Nein auch gar nicht mehr!!:-)

 

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